- Verena-Maria Muheim
- 15. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Uuuh, wie mich das ärgert. Seit Wochen sitze ich an meiner mir selbst verordneten Schreibaufgabe, ein halbwegs vernünftiges Exposé für mein Dissertationsprojekt zu verfassen. Und ich muss gerade laufend feststellen: mit jeder Lösung, die ich für Probleme entwickle, generiere ich gleich wieder gefühlte hunderte neue. Das muss doch «gopfridli» irgendwann auch mal ein absehbares Ende haben…?
Ein paar Beispiele gefällig, womit ich mich gerade herumschlage? (Anmerkung: "sich herumschlagen" ähnelt von mir aus gesehen auch ein bisschen mit "sich selber prügeln"…): Woran erkennt man Prämissen, die möglichst voraussetzungsarm sind? Wie entwickelt man daraus Thesen, die man mit einem geschickten methodischen Vorgehen bearbeiten kann? (Das sind übrigens Fragen, die ich in der Zwischenzeit mal vorläufig «gelöst» habe. Die folgenden Fragen sind die derzeitigen Frustrationsübungen: Wie baut man einen Argumentationsstrang auf, der nicht isoliert von anderen Argumentationssträngen stehen kann und eigentlich immer wieder darauf verweisen muss? Ich kann aber nur linear aufbauen, das heisst, eine Sache nach der anderen bringen und das Argumentationsfeld erweitern. Wie leitet man auf eine vernünftige, das heisst, leserfreundliche und logische Weise von vorläufigen Erkenntnissen und Feldbeobachtungen auf eine theoretische Rahmung über ohne Begriffe vorwegzunehmen oder ungeklärt zu lassen? Wie bleibt der Text dabei ansprechend formuliert, damit die Leserschaft sich weiter für die Themenstellung interessiert? Das Problem dabei ist vor allem, dass es für meine Sache aktuell wie noch keine Begriffe zu geben scheint, die ich nutzen kann. Respektive, ich muss aufpassen, voreilig Begriffe zu verwenden, um nicht im vornherein etwas zu bestätigen, wovon ich nicht mal weiss, ob es überhaupt so betrachtet werden kann. Weisst du, was ich meine? Vielleicht auch nicht, aber ich glaube, ich habe hier ein typisches «Henne-und Ei-Problem»…
Ich muss mal dringend das Fenster aufmachen, ist so stickig hier drin... Dabei fällt mir ein, dass ich beim Lesen einer Masterarbeit auf eine interessante Formulierung gestossen bin: «für die vorliegende Arbeit kann von «X» ausgegangen werden, da sich mehrere Hinweise in diese Richtung verdichten». Und «X» ist ein Begriff aus einer Bezugstheorie, die zuvor eingeführt und erörtert worden ist.
Hm, ich könnte es vielleicht auch einmal so versuchen. Zumindest um das eine Problem mit dem Theoriebezug anzugehen. Und dann schauen, was mit dem Text passiert. Aber erst mal brauch ich Pause und widme mich dafür meinem derzeitigen Mantra: Fenster auf. Durchatmen. Kühlen Kopf kriegen. Und dann noch etwas weiterschreiben.

